Sexualität
sitemap | suche
nederlands | english | español
français | русский
über nvsh
 
 
   

home > sex & gesellschaft > das sexuelle system > eifersucht

EifersuchtKalfje en koe zijn aan elkaar gehecht

Dik Brummel

Eifersucht ist eins der stärksten Gefühle, die es gibt. Eifersucht tritt auf, wenn jemand, den man mag, (auch) jemand anderen zu mögen scheint. Ein Kind, das bemerkt, dass seine Mutter auch den Vater oder einen kleineren Bruder oder eine Schwester mag, zeigt eifersüchtiges Verhalten. Wenn die Mutter merkt, dass der Vater im Büro eine Freundin hat, erlebt sie die gleichen Gefühle und verhält sich auch ähnlich. Wir nennen jenes Verhalten mit den dazugehörenden Gefühlen „Eifersucht“. Ein Mann, der seine Freundin nur mit anderen lachen sieht, kann bereits eifersüchtig werden. Alle Menschen allen Alters kennen Eifersucht, genau wie sie Hunger und Lust kennen.

Trennungsangst
Eifersucht ist eine Mischung aus Angst und Bosheit. Die Angst ist eine Trennungsangst. Jedes Kind, das auf die Welt kommt, beansprucht Aufmerksamkeit und Fürsorge. Die Mutter ist genetisch so programmiert, dass sie dem Kind die Fürsorge und Aufmerksamkeit schenkt. Dies nennt man Mutterliebe. Diese Mutterliebe sorgt auch bei der Mutter für Glücksgefühle. Wenn das Kind die (bedingungslose) Liebe der Mutter erhält, ist es glücklich. Das Kind ist an die Mutter „gebunden“. Man nennt dies auch Liebe; man sagt, dass das Kind seine Mutter liebt, da es in der Nähe der Mutter glücklich ist. Wenn Mutterliebe fehlt oder es zu wenig gibt (z.B. durch Krankheit oder andere Probleme), dann tritt beim Kind Angst und Bosheit auf.

Bedingungslose Liebe
Die Realität ist, dass das Kind von der Mutter nicht die bedingungslose Liebe bekommt, die es sich wünscht. Die Mutter muss sich auch um andere Kinder oder Objekte kümmern. Außerdem hat sie als Erziehende auch noch andere Aufgaben als nur Liebe zu geben: Gehorsamkeit lehren und also auch strafen, warnen vor Gefahren, anpassen an die Gesellschaft. Auch ist die Mutter selbst gebunden (an den Vater des Kindes, an ihre eigene Mutter, an ihr Kind) und sie möchte von jenen auch Liebe empfangen anstatt diese nur anderen zu geben.
Eine Folge hiervon ist, dass jeder in der Kindheit zu wenig Liebe bekommt und dass jeder also auch Gefühle von Angst und Bosheit erlebt.

Abhängig von allerlei Faktoren und Umständen zeigen sich individuelle Unterschiede. Einige Menschen erleben eine lustvollere und sicherere Kindheit als andere. Bei der Mehrheit zeigen sich jedoch Mängel. Dies zeigt sich in der neurotischen Angst, im Stich gelassen zu werden, welche ein jeder kennt. Diese Angst ist funktionell, da eine Einzelperson verletzbarer ist als eine Gruppe.

PubertätOudjes houden elkaar innig vast

Jaloezie; tekening  van het monster met de groene ogen

Jaloezie, het monster met de groene ogen,
De Brink Amsterdam, 2001


All diese oben beschriebenen Erfahrungen bilden die Basis für unser Beziehungsverhalten. In der Pubertät kommt eine sexuelle Komponente hinzu. Das heftige Verlangen nach dem anderen Geschlecht, das auch im Dienste der Fortpflanzung vorprogrammiert ist, wird mit dem Bedürfnis nach einem Freund, jemandem, dem man vertrauen kann so wie dachte der Mutter vertrauen zu können, kombiniert. Die Liebe, die wir als Jugendliche erleben ist also eine Mischung aus unwiderstehlichem Verlangen nach (letztendlich) Geschlechtsverkehr und dem starken Verlangen nach jemandem, der für einen sorgt.
Gleichzeitig treten leicht Angst und Bosheit auf, wenn man Signale wahrnimmt, die darauf hindeuten können, dass man im Stich gelassen wird. Jugendliche, unabhängig vom Geschlecht, suchen jemanden (genau wie ein Kind), an den sie sich binden können. Der ideale Liebespartner ist also jemand, der sowohl sexuell nach dir verlangt, dir gegenüber aber auch sorgendes Verhalten zeigt. Beide Partner suchen nach diesem Ideal. Das Problem ist, dass der andere dem Bedürfnis nach Fürsorge nicht entsprechen kann. Fürsorglichkeit ist weniger entwickelt als Bindung und Lust. Eifersucht tritt auf, wenn diese aneinander geschmiedete Verbindung droht zu zerbrechen.

Evolution
Evolutionär betrachtet kann man Eifersucht als funktionelles Verhalten (mit den dazu gehörenden Gefühlen von Angst und Bosheit) betrachten, wodurch eine Beziehung instand gehalten wird. Das Aufrechterhalten der Beziehung dient der Fortpflanzung und der Familiengründung. Die Frau muss die Beziehung aufrecht erhalten um sicher zu sein, dass es jemanden gibt, der sich die Sorge um sie und die Kinder mit ihr teilt. Der Mann hält die Beziehung instand, um sich jemanden der für ihn sorgt zu sichern und auch um sich sicher sein zu können, dass die Kinder der Frau von ihm sind. Nach der Geburt findet eine starke Entwicklung von Fürsorglichkeit statt, sowohl beim Mann als bei der Frau. Bindung und Lust gibt es auch weiterhin und auch Eifersucht zeigt sich auch in dieser Lebensphase.

Liebe
Es würde mehr Glück geben, wenn es weniger Eifersucht gäbe. In den schlimmsten Fällen führt Eifersucht zu Gewalt und (Selbst)mord. In weniger extremen Fällen gibt es Konflikte, Depression und Rachegefühle. Und sogar in den Fällen, in denen Eifersucht die Beziehung instand hält und so eine positive Wirkung zu haben scheint, gab es einen Verlust von Freiheit und Liebe. Man hält einander gefangen in einem an die Welt angepassten Verhalten. Will der Mensch sich den Beschränkungen der Natur entziehen, dann ist die Überwindung von Eifersucht ein großer Schritt in die richtige Richtung. Wie oben bereits erläutert, wird dies jedoch ohne eine Veränderung der biologischen Familie nicht gelingen.

 

home | über zärtlichsein | sicherer sex | sexuelle aufklärung | sex & gesellschaft | meinungen | faq | über nvsh | sitemap