einlängeresleben

Wir beschränken uns hier auf das Verlangen nach einem längeren Leben oder besser gesagt auf das Verlangen um länger jung zu bleiben. Denn nur älter und gebrechlich werden ist ein Schreckbild, das schon in Gullivers Reisen beschrieben wurde. Der wichtigste Grund um jung bleiben zu wollen ist der Erhalt der sexuellen Anziehungskraft, auch wenn man sich hiervon nicht immer bewusst ist.

 

Längeres Leben und der Wunsch, sexuell attraktiv zu sein

Der Wunsch länger zu leben ist sehr alt. Angst vor dem Älterwerden und dem Tod bildet ein bleibendes Element in der menschlichen Natur und ist einer der Gründe für Aberglauben, Rituale, Kunst, Schönheitsindustrie und Technologie. Auf der anderen Seite gibt es auch das Verlangen nach dem Tod als Erlösung von Schmerz oder als Belohnung für den Kampf. Wir beschränken uns hier auf das Verlangen nach einem längeren Leben oder besser gesagt auf das Verlangen um länger jung zu bleiben. Denn nur älter und gebrechlich werden ist ein Schreckbild, das schon in Gullivers Reisen beschrieben wurde.
Der wichtigste Grund um jung bleiben zu wollen ist der Erhalt der sexuellen Anziehungskraft, auch wenn man sich hiervon nicht immer bewusst ist.

 

Chromosomen und länger leben 

Erst in den letzten 50 Jahren wurde die Ursache von Alterung und Sterblichkeit wissenschaftlich untersucht. Man stellte fest, dass die Zellen, aus denen wir bestehen, sich unbegrenzt vervielfältigen. Durch eine eingebaute Uhr werden Chromosomen immer kürzer und hören sie irgendwann auf, sich zu teilen. Das ist die Ursache des Älterwerdens. Wenn die Uhr abgestellt werden könnte, würde das Älterwerden vielleicht auch langsamer gehen.
Man hat auch herausgefunden, dass bestimmte Gene eine Rolle spielen bei der Bestimmung der Dauer des Lebens. Mäuse lebten doppelt so lang, wenn ein bestimmtes Gen entfernt worden war.
Viel Interesse gilt auch den re-kreativen Sauerstoffderivaten, Zellprodukten, die für Veralterung und Abnutzung sorgen und welche mit den so genannten Antioxidanten bekämpft werden können.

 

Länger leben durch gesund zu leben 

Alle diese Entdeckungen sorgen nicht direkt für ein brauchbares Mittel gegen Altertum und Sterben. Man warnt vor Produkten und Diensten, die auf den Markt gebracht werden, um Gewinn zu machen, die aber unzureichend getestet sind. Die Schönheitsindustrie testet zwar viel, wird aber auch kritisiert da für die Tests Tiere gebraucht werden und weil sie mehr verspricht (sexueller Erfolg) als sie verwirklichen kann.
Gewisse ältere Ideen sind auch wissenschaftlich bestätigt. Ein maßvolles und erfreuliches Leben verlängert statistisch gesehen die Lebensdauer. Und das ist momentan eigentlich immer noch die einzige Möglichkeit, länger und besser zu leben. Wir sehen momentan eine relativ große Gruppe von Menschen über 60, die früher mehr oder weniger aufgegeben wurden, die heute voll im Leben stehen und viele Dinge tun wie Jüngere. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle neben einer gesunden Lebensweise, wie zum Beispiel Wohlfahrt, kulturelle Herausforderungen und sexueller Genuss. Aber die echt Alten (über 80) merken allerlei Mängel, die das Leben weniger wertvoll machen. Und die Allerältesten sind immer noch „sans hair, sans teeth, sans everything“ (ohne Haar, Zähne und alles), wie Shakespeare es formulierte.

 

Sexuelle Reform verbessert Qualität des Lebens 

Die sexuelle Reform in der entwickelten Welt hat jetzt bereits für eine verbesserte Qualität im hohen Alter geführt.
Dadurch dass Frauen weniger belastet werden mit der Schwangerschaft hat sich ihre Wohlsein und ihre Gesundheit im allgemeinen verbessert. Auch eine positivere Beziehung zur Lust, mehr Möglichkeiten und Freiheiten, weniger unnötige Ängste, Schuldgefühle und Aggression als Folge sexueller Unwissenheit und Frustration haben die Qualität des Lebens verbessert.
Aber die sexueller Reform hat ihre Ziele – Abschaffung vom Geschlechterunterschied, Fortpflanzung auf Grund von Wissen und Weisheit, Befreiung der Frau von der Schwangerschaft, das Verschwinden der biologischen Familie –  noch lange nicht erreicht. Es gibt keinen Zweifel daran, dass wenn diese Ziele erreicht sind, die Qualität und Dauer des Lebens deutlich zunehmen werden.

 

Fortpflanzung behindert längeres Leben 

Eine entscheidende Rolle im Prozess des Alterns und Sterbens spielen die Fortpflanzungsorgane. Krebs in Prostata, Hoden, Gebärmutter, Eileitern und Brüsten gehören zu den am meisten vorkommenden frühzeitigen Todesursachen. Wenn wir diese Organe genau so überflüssig werden lassen wie den Blinddarm und das Jungfernhäutchen, dann würde das die Gesundheit und das Wohlsein bis ins hohe Alter verbessern.
Aber auch das Abschaffen der biologischen Fortpflanzung selbst würde sich positiv auf die Qualität und Dauer des Lebens auswirken. Arten, die viele Nachkommen haben, leben kurz und Arten, die keine Nachkommen haben (und trotzdem für neue Individuen sorgen können) könnten aus sehr lang lebenden Individuen bestehen.

 

Wissenschaft der Fortpflanzung

Bevor neue Menschen außerhalb des Körpers der Frau  gezeugt und geboren werden können, ist ausführliche Forschung über den Befruchtungsprozess und die Entwicklung in der Gebärmutter notwendig. Forschung auf diesem Gebiet gibt es bereits, jedoch noch begrenzt. In der Gesellschaft herrschen große Skrupel beim Selbst-in-die-Hand-nehmen des Fortpflanzungsprozesses. Diese Skrupel gab es auch zu Beginn der sexuellen Reform hinsichtlich allen Maßnahmen um Schwangerschaft zu vermeiden, sogar hinsichtlich des Herauszögerns der Heirat oder der zeitweisen Enthaltung.
Aber es wird eines Tages soweit sein, dass ein menschliches Baby außerhalb der weiblichen Gebärmutter aufwachsen und geboren wird. Auch die Kenntnis von Genetik wird weitergehen, wodurch es vielleicht möglich wird, ein neues Menschenkind mit einer guten genetischen Basis auszurüsten. Das wird auch in ethischer Hinsicht verpflichtend werden. Anstelle des Rechts der Erzeuger, so wie es heutzutage besteht, wird das Recht der Kinder im Vordergrund stehen.
Eine der Eigenschaften, die von alleine viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden, ist die Gesundheit, eigentlich dem Widerstand gegen Krankheit. Das genetische Material, das sich in der fernen Zukunft in Zellkernen der Fortpflanzungszellen und Embryos befinden wird, wird präventiv untersucht. Und natürlich sind auch die Bedingungen im  menschlichen Uterus optimal. Gleichzeitig werden die Pflegeeltern, die meist nicht die gleichen sind wie die Lieferanten des erblichen Materials, sorgfältig ausgewählt auf Grund ihrer Erziehungsqualitäten. Wenn auch die Umstände in der Welt besser sind (ein in allen Hinsichten besseres natürliches und sozial-kulturelles Milieu, Nahrung, Gesundheitssystem, Ausbildung, arbeit etc) wird die Qualität des Lebens besser, die Jugend dauert länger und der Tod wird weiter hinausgezögert.

 

Länger leben und genetische Transformation

Mit dem wachsenden Wissen über den Fortpflanzungsprozess und die Erfahrung mit genetischer Transformation wird die Möglichkeit eine neue Art zu kreieren immer näher kommen. Ein wesentliches Merkmal dieser neuen Art ist das Fehlen einer sexuellen Struktur, die bis jetzt immer Basis unserer Natur und Kultur war. Der Unterschied zwischen Männlichem und Weiblichem wird immer mehr verschwinden. Die typischen, extremen sexuellen Merkmale werden reduziert werden. Man kann sich ein Wesen vorstellen mit wenig Haar, schlank mit schmalen Hüften und ohne Brüste, Penis oder Vagina, aber wohl mit einem Liebesschalter. Es wird viel mehr freie Liebe geben, die den Sex, den wir nun kennen, bei weitem übertreffen wird. Denn obwohl wir schon weiter sind als alle anderen Tiere was den Genuss beim Sex betrifft, kann man nicht leugnen, dass die oft aggressive, laute und unappetitliche Gewalt des Paarens (wofür wir das Wort Sex verwenden) noch weit von der süßen freien Liebe unserer Träume entfernt ist.

 

Wann ist Zukunft? 

Über die Frage, wie und wann sich diese Entwicklung vollziehen wird kann man nur spekulieren. Wahrscheinlich geht so wie immer schneller als wir denken. In 200 Jahren? Vielleicht sogar eher. Und wahrscheinlich verfügen erst einige wenige Menschen über die neuen Qualitäten und wird derjenige, der dies entbehrt, den Kürzeren ziehen, wie auch der Neandertaler durch den Cro Magnon Mensch gefolgt wurde, da dieser besser ausgestattet war um mit den Herausforderungen der neuen Zeit umgehen zu können.

 

Dik Brummel

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