beschneidungbeimädchen

Die Beschneidung von Mädchen, die man früher in der westlichen Welt auch aus medizinischen Gründen durchführte, beinhaltete das Wegscheiden der sichtbaren Klitoris.

 

Diese “Klitoridektomie” wendete man v.a. bei Mädchen und Frauen an, die verzweifelt waren, da sie dachten, dass zu viel Sex hatten oder sogar “Nymphoman” waren. Diese Beschneidung wird nun im Allgemeinen missbilligt, da es für sie keine medizinische Notwendigkeit gitb: “Nymphomanie” wird entweder nicht mehr als Krankheit beschaut oder mit anderen Ursachen erklärt, zumindest in der medizinischen Welt.
Siehe hier für beschneidung von jungen

 

 

Beschneidung von Mädchen

Den Gedanken, dass die Klitoris Quelle unerwünschter sexueller Reize ist, gibt es noch immer. Beschneidung wird heutzutage “genitale Verstümmelung” (Verstümmelung des Geschlechtsteiles) genannt. Daraus kann man erkennen, dass diese Beschneidung allgemein missbilligt wird, viel stärker noch als die Beschneidung von Jungen. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Beschneidung von Mädchen beinhaltet oft mehr als das Wegschneiden des Stückchens Vorhaut (die Klitoris hat auch eine Vorhaut) > meist wird die Klitoris beschädigt
  • Oft wird bei der Beschneidung von Mädchen der sichtbare Teil der Klitoris weggeschnitten und manchmal wird dann auch der Vaginaeingang zugenäht, mit nur einer kleinen Öffnung für die Menstruation. Dies nennt man auch “Infibulation”. In der Hochzeitsnacht wid dann vom Mann erwartet, dass er die Braut “ entjungfert”. Dies ist sehr schmerzhaft und oft auch einfach unmöglich. Die Beschneidung bei Mädchen ist also eine viel klarere Form sexueller Misshandlung und Unterdrückung von Lustgefühlen als bei Jungen.

Ein Beispiel der Entfernung aller äusseren Geschlechtskennzeichen und des Zunähens des grössten Teils der vaginalen Öffnung, ohne Öffnung zum Pillern. Dies nennt man Infibulation oder pharaonische Beschneidung.
Dies bedeutet nicht, dass Lustgefühle und die Möglichkeit, einen Orgasmus zu bekommen durch das Wegschneiden der Klitoris verschwindet. Sie werden aber dadurch unter Druck gesetzt, es ist negativ beladen, wird mit Schmerz und Leiden assoziiert und Frauen werden dadurch mehr als der Mann in einer sexuellen Ordnung gefangen gehalten.

 

Beschneidung, eine kulturelle Gewohnheit

Man sollte aus dieser Ungleichheit nicht ohne nachzudenken schlussfolgern, dass Mädchen und Frauen von Männern unterdrückt werden. Kulturelle Gewohnheiten wie das Beschneiden verursachen mehr Leiden bei Mädchen, genau wir Schwangerschaft und Geburt das tun, aber diese Gewohnheiten werden von beiden Geschlechtern in Stand gehalten, sogar noch mehr von Frauen als von Männern. Es sind die älteren Frauen, die die jungen Mädchen beschneiden, genau so wie es die älteren Frauen sind, die das Verlangen von Mädchen nach Mutterschaft und sozialer Akzeptanz verstärken, auch wenn das Schmerz und Leiden verursacht.

 

Beschneidung ist Einweihung in das sexuelle System

Dem Beschneiden von Mädchen und Jungen ist gemein, dass sie beide in das sexuelle System eingeweiht werden. Das bedeutet, dass sie dann klarer einem der beiden Geschlechter zugehören. Das Mann-Sein des Jungen wird durch das Einschneiden der typisch “ weiblichen” beweglichen Vorhaut betont. Das Frau-Sein wird durch das Einschneiden der typisch “männlichen” Klitoris betont. Zum sexuellen Unterschied gehören auch die spezifischen Rollen in der Gemeinschaft. Dieser Unterschied steht wiederum im Dienste der Fortpflanzung. Auch wird durch das Beschneiden betont, dass Schmerz zum Sex gehört und dass das sexuelle Lusterleben sich auf das Notwendige bschränken muss, nämlich auf die Fortpflanzung. Beschneidung ist also eine Vorbereitung und eine Beschränkung auf Schwangerschaft, Heirat, Geburt und Familienleben, wobei die Frau im Mittelpunkt steht, mehr Sorge und Leid ertragen muss, weniger sexuell erfüllt ist und weniger Freiheit hat, sich gesellschaftlich zu entfalten als der Mann.

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