beschneidungvonjungen

Einige Leute finden, dass Beschneidung ein altmodisches Wort ist und sprechen lieber von “Beschneiden”. Hiermit wird eher ein medizinischer Eingriff verbunden. Es gibt zum Beispiel Jungen, die unter “Phimose” oder Vorhautverengung leiden. Ihre Vorhaut ist so eng, dass sie sie nicht über die Eichel nach hinten schieben können. Manchmal klappt das mit einem schlaffen Penis, aber nicht mit einem steifen. Dadurch können sie keinen Geschlechtsverkehr haben (oder nur mit starken Schmerzen, siehe hierzu auch Schmerzen beim Sex/Geschlechtsverkehr). Indem man einen Rand der Vorhaut abschneidet, kann dieses Problem beseitigt werden. Gegen diese Art des Beschneiden hat niemand etwas.

 

Beschneidung als religiöses Ritual

Die Beschneidung, um die es sich meistens handelt, ist ein religiöses Ritual bei Juden und Islamiten. Kinder werden in jungen Jahren während einer Zeremonie, meist gemeinsam mit der ganzen Familie, beschnitten. Bei Jungen wird hierbei ein Stück der Vorhaut abgeschnitten als Zeichen der Zugehörigkeit zu der Glaubensgemeinschaft. Das englische Wort für Beschneidung ist “circumcision”. Der medizinische Ausdruck ist auch hier Zirkumzision. Es bedeutet also “rundum schneiden”. Man denkt dann automatisch an das Beschneiden von Jungen, da bei ihnen ein Stückchen Vorhaut um die Eichel herum abgeschnitten wird. Siehe hier für die Beschneidung bei Mädchen.

 

Beschneidung als Einweihung in das sexuelle System

Sowohl bei der Beschneidung von Jungen und als auch von Mädchen geht es auch um die Einweihung in das sexuelle System. Das bedeutet, dass sie dann deutlich zu einem der beiden Geschlechter gehören. Das Mann-Sein des Jungen wird durch das Einschneiden der typisch “weiblichen” beweglichen Vorhaut betont. Das Frau-Sein des Mädchens wird durch das Einschneiden der typisch “männlichen” Klitoris betont. Zum sexuellen Unterschied gehören die spezifischen Rollen in der Gesellschaft. Dieser Unterschied steht wiederum im Dienste der Fortpflanzung. Auch wird durch die Beschneidung verdeutlicht, dass das Sexuelle oft mit Schmerzen gepaart ist und dass das sexuelle Lusterleben sich auf das Notwendige beschränken sollte, also auf die Fortpflanzung. Die Bschneidung soll also auf Schwangerschaft, Ehe, Geburt und Familienleben vorbereiten und sich darauf beschränken. Die Frau steht dabei im Mittelpunkt. Sie muss mehr Sorgen und Leiden ertragen, ist sexuell weniger erfüllt und verfügt über weniger Freiheit, sich gesellschaftlich zu entwickeln als der Mann.

 

Ritual oder Mutilation?

Früher meinten die Ärzte zu Unrecht, dass die Kinder keine Schmerzen hatten und das seine Betäubung zu riskant ware für Neugeborene. Es gab verschiedene Forschungsreihen über die Schmerzwahrnehmung von Neugeborene bei der Zirkumzision. Heutzutage wird örtlich betäubt oder arbeitet man sogar unter Vollnarkose. Örttliche Betäubung geschieht durch eine Injektion an der Oberseite des Penis’, wodurch ein Nerv blockiert wird. Das verringert den Schmerz während des Eingriffs sehr. Der Schmerz beim Pillern kann jedoch noch 7-14 Tage danach anhalten.
Beschneidung ist ein grosser Eingriff in die Anatomie des Penis’. Seit kurzem wird mehr über die Lustfunktion von Vorhaut und Eichel gesprochen, etwas das früher tabu war. Auch weiss man mehr über die Bildung von Hornhaut an der oberen Hautschicht der Eichel, die nach der Beschneidung auftritt. Einige Menschen denken, dass der Widerstand gegen Lustgefühle und sexuell übertragbare Infektionen dadurch grosser wird

 

Funktion der Vorhaut

An erster Stelle steht der Schutz der Eichel vor der rauhen Aussenwelt. Das ist nicht nur bei nackt lebenden Völkern der Fall. Auch beim Tragen von Kleidung schützt die Vorhaut die Eichel gegen das Scheuern der Kleidung.
Ausserdem trägt die Vorhaut auf verschiedene Weisen zur sexuellen Lust bei. Die Vorhaut verfügt über viele Blutgefässe und Nerven. Die Schleimhaut an der Innenseite der Vorhaut verfügt über empfindliche Fühlkörper, sowie sie sich auch in den Fingerkuppen befinden. Ausserdem gibt es noch spezielle Streckkörper. Während des Vorspiels, des Masturbierens und des Koitus’ schiebt die Vorhaut hin und her über die Oberfläche der Eichel und/oder über die Schleimhaut der empfangenden Vagina (oder des Anus’). Dadurch liefert die Vorhaut einen wichtigen Beitrag an den sexuellen Lustgefühlen. Dabei tritt meist eine natuurliche Feuchtigkeit auf, die verhindert, dass die Schleimhaut beschädigt wird.
An dritter Stelle vereinfacht die Vorhaut das einfachere Eindringen, durch eine Art Rollwirkung, wobei die Haut um den Penis herum “hochgekrempelt” wird.
Die Funktion der Vorhaut ist also sehr wesentlich. Die Vorhaut ist kein Fehler der Natur, der schnellstmöglich korrigiert werden muss. Die Idee, dass ein “überflüssiger” Körperteil geopfert werden muss, fusst nicht auf sexologischen Gründen.

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