dersexuellegott

Gott ist ein Mann, die Propheten sind Männer, die Engel sind Männer, der Teufel, der Papst, die Kardinäle, die Ayatollahs, die Mönche, Imams, Priester, Theologen, Pastöre, oh…warte mal, es gibt heutzutage auch weibliche Theologen und Pastöre und selbst ernannte katholische Priester.

 

Vater Gott und Mutter Maria

Feministische Theologen haben vorgeschlagen, dass wir uns Gott nicht als einen (weissen) Vater, sondern al seine (schwarze) Mutter vorstellen sollten.
Dieser Vorschlag erscheint recht neu, ist aber letztendlich auf eine uralte Tradition zurück zu führen. Neben Gott, dem Vater, ist in der katholischen Kirche die Figur  von Mutter unersetzlich für das alltägliche Glaubensleben. In südamerikanischen Ländern z.B. findet man öfter eine Maria-  als eine Christusfigur über dem Altar. Die Kirche orientiert sich hier deutlich an den älteren Traditonen der entsprechenden Region.

 

Ursprung des Glaubens

Auch im “Viel-Götter-Glauben” der Völker im Altertum findet man sowohl Männer als auch Frauen, die dann auch getrennt angebetet werden. Hierüber kann man viel lesen.
Dass der Himmel von Männern und Frauen, ganzen Familien, bevölkert wird, hat seinen Ursprung unter anderem im Aberglauben, dass Eltern/Vorfahren nach ihrem Tod zurückkehren können um zu strafen.
Noch ältere Ursprünge haben der Hinduismus und der Buddhismus, bei denen eine webliche Entität, Mutter Erde, die Basis ihres Glaubens bildet. Ausserdem ist die Sonne von alters her als Quelle des Lebens anerkannt und die Kombination Sonne-Erde (Vater Sonne als Befruchter von Mutter Erde) wird auch als Quelle von allem gebraucht.
Auch der Gott des alten Testamentes (3000 Jahre alt) ist ursprünglich Mann und Frau. In den ersten Zeilen des alten Testamentes wird erzählt, wie die Erde erschaffen wurde. Gott heisst da Eloim, was eine Mehrzahl ist. Und es steht dort geschrieben: “Als Mann und Frau, nach ihrem Ebenbild, wurden sie geschaffen.”
Viele andere Schöpfungsmythen über Geschlechtsgemeinschaft oder das Ausbrüten von Eiern bestätigen, dass das Sexuelle schon in der frühesten Periode intensive intellektuelle Aufmerksamkeit bekam.
Dass Gott in den neueren Religionen  – Christentum und Islam und in den daraus entstandenen Richtungen – als Mann beschrieben wird, hängt damit zusammen, dass der Mensch sich von den primitiven, magischen, sexuellen Fortpflanzungsmythologien loslösen will. Das geschah nicht von einem Tag auf den anderen.

 

Familien-Mythologie

Die Jungfrau/Mutter Maria blieb Hauptbestandteil des Katholizismus’. Der (neuere) Protestantismus schaffte dies ab und erdete den Glauben in der Familie. Über den amerikanischen Puritanismus herrscht die Familienmythologie nun weltweit. Darin ist die Akzeptanz des männlichen Gottes viel weniger logisch geworden, da die Frau/Mutter und das Kind nun einmal zentrale Figuren der Familie sind. Es gibt jedoch noch immer genug Kräfte in der Welt, die den Glauben an einen männlichen (oder weiblichen) Gott notfalls mit Gewalt beweisen und fördern werden.

Share this page