hochzeitsrituale

Die Hochzeit ist wichtig für das Weiterbestehen des Volks. Die Gemeinschaft hat Interesse daran, das es fruchtbar ist. Hierher kommen ein paar Hochzeitsrituale, so wie das Streuen von Reis, Körnern oder Konfetti (Symobole für Samen/Saat). Auch gibt e simmer einen Redner, der die Hoffnung auf eine reiche Kinderschar auspricht.

 

Rituale

 

Chinesen legen Früchte in die vier Ecken des Ehebetts, bei Moslims in Osteuropa wird ein Junge über das Bett gerollt. Fruchtbarkeit wird mit wirtschaftlicher Wohlfahrt assoziiert. Fruchtbares Land ist gleichbedeutend mit Reichtum.
Lustkontrolle wird in Hochzeitsritualen, die die exclusive Verschmelzung des Paares betont, ausgedrückt. Ringe werden getauscht, nicht nur in Europa, sondern auch in Indien und Teilen von Afrika. Der Ring ist Symbol ewiger Pflicht. Das aufeinander legen der Hände, wie man das in Äthiopien, Neu-Guinea und im alten Rom tat, wird manchmal durch ein Zusammenbinden der Hände mit einem Tuch (Portugal), einem Garn oder eine Kette (Sri Lanka) betont. Es wird auch Blut ausgetauscht. In der Bretagne schneidet die Braut sich nach dem Gottesdienst unter der Brust und ihr Ehemann saugt das Blut dann auf.

 

Essen und Trinken

Auch Essen ist ein Hochzeitsritual, das viel gebraucht wird, um die Einheit des Ehepaares zu betonen. Bei einigen Indianerstämmen in Amerika war das das Einzige, was passierte. Sie bereitete Essen für ihn und dann waren sie Mann und Frau. Bei uns kann man sich eine Hochzeit ohne Essen nicht vorstellen.
Auch das Trinken, oft aus dem gleichen Becher, symbolisiert die Einheit des Paares. Im alten China schnitt man eine Melone in 2 Hälften, aus denen dann das Brautpaar trank. Erst dann waren sie ein Körper. Die russische Kirche schreibt den Priestern vor, dass sie Wein und Wasser in einem silbernen Schöpflöffel mischen müssen. Daraus trinkt das Paar dann abwechselnd dreimal. Dies als Zeichen, dass Mann und Frau alles in Freud und Leid teilen werden.
Noch eine Art, um die offizielle Vereinigung des Paares, die exclusive monogame Beziehung, zu betonen ist das öffentliche Beweisen ihres sexuellen Bandes. Bis ins 18. Jahrhundert war die Ehe in Deutschland erst dann gültig, wenn Zeugen das Paar in einem Bett haben liegen sehen. In Schweden musste sich das Paar in Anwesenheit der Gäste ausziehen. Bei den Bantoes fand der Geschlechtsakt in Anwesenheit der Hochzeitsgäste statt. Es sollte deutlich sein, dass diese Art der Hochzeitsrituale nicht von sexueller Freiheit oder Ausschweifung zeugt (was Besucher oft dachten). Es sollte ganz im Gegenteil Sex an die monogame Ehe und das Erzeugen von Nachfahren koppeln und so die Angst vor hemmungslosem Sex zu beschwören.

 

Angst vor bösen Kräften

Sex und Fortpflanzung und damit Ehe und Familie sind solche tief verwurzelten Funktionen des Überlebens der Art, dass es nicht verwunderlich ist, dass Kultur die Angst vor unbekannten Mächten und Kräften, die das kleine Glück bedrohen könnten, ausdrückt. Eine Reihe laut hupender Autos formt eine zeitgemässe Braut-Prozession von Menschen aus Suriname in der Stadt. Amerikaner binden dem jungen Paar gerne Dosen und anderes Lärm verursachendes Zeug hinter das Auto. In Sibirien und Marokko, fruuher auch in England, schoss man mit Gewehren, in China mit Pfeilen. All dies dient dazu, böse Geister zu vertreiben. Religiöse Riten haben die gleiche Funktion. Sie gehören also fast immer zur Hochzeit, in fast allen Kulturen auf der Welt.
In ganz Europa kam der katholische Priester mit Weihrauch um die bösen Geister aus dem Schlafzimmer des Brautpaares zu vertreiben. Andere Möglichkeiten, um sich vor dem Einfluss böser Geister zu schützen ist der Schleier der Braut, das Tragen eines Sonnenschirmes, ein Baldachin oder ein Tuch über dem Paar oder das unter einem Dach von Zweigen, Schwertern oder Gewehren hindurch laufen. Da die Gefahr auch von unten kommen kann, bedeckt man den Boden (der rote Teppich in der englischen Kirche), wird das Paar manchmal getragen (Indianer in Guatemala) und trägt der Bräutigam die Braut über die Schwelle (das kommt in der ganzen Welt vor).

 

Noch mehr Aberglaube

Es gibt noch mehr Arten von Aberglaube, die bei der Hochzeit vorkommen. Was sollte man sonst von der Sitte denken, dass alle Männer die Braut küssen, etwas, das in ganz Europa vorkommt? Ungezweifelt bringt die Braut Glück, denn sie repräsentiert Glück, mitten in allen Gefahren und Bedrohungen.
Warum weinen Bräute und v.a. Mütter während der Zeremonie? Ganz einfach wegen der Feierlichkeit oder aus Angst vor dem Entjungfern, dem Verlust der Jugend? Warum befragt man Sterne, Zeichen, schaut nach dem Mond, wählt man bestimmte Tage der Woche oder Monate als besonders günstig aus, während man andere vermeidet? Hierbei gitb es so viel Variation, dass eigentlich jeder Tag oder Monat irgendwo als ungünstig betrachtet wird. Ein schottisches Sprichwort sagt, dass aus Ehen, die im Mai vollzogen werden, glückliche Kinder hervorkommen. Alle diese rituellen Gedanken finden ihren Ursprung in der intensiven Verbundenheit der ganzen Gemeinschaft bei der Hochzeit als öffentliche und symbolische Vollziehung der Ehe, einer für immer bestimmten sexuellen Verbindung, an die das Weiterbestehen des Volkes gekoppelt wird.

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