partnerwahl

Wie kommt es zur Ehe? Was geschieht davor? Wir sprechen heutzutage von Partnerwahl als ob das Aussuchen mehr oder weniger frei vor sich geht.

 

Es ist aber allgemein bekannt, dass Ehepartner in den meisten Fällen ungefähr gleich alt sind (er ist meist etwas älter als sie), aus der gleichen sozialen Klasse kommen, den gleichen ethnischen Ursprung haben, die gleiche Ausbildung gefolgt haben (er meist etwas höher als sie), aus der gleichen religiösen Richtung kommen (wenn Religion kein dominanter Faktor mehr ist in der Gesellschaft, so wie bei uns, dann entstehen auch keine Probleme, wenn die Partner aus verschiedenen religiösen Richtungen kommen, was in anderen Ländern vorkommen kann) und ungefähr die gleichen Interessen haben. Die Neigung, jemanden aus der gleichen Kategorie zu heiraten nennt man Homogamie.

 

Einflüsse Partnerwahl

 

Es ist auch nicht so, dass Eltern oder andere Familienmitglieder oder Freunde keinen Einfluss auf die Partnerwahl ausüben. Auch in der modernsten Kultur im Westen kann die Umgebung noch immer auf verschiedene Weisen Einfluss ausüben auf die Auswahl, die zur Ehe führt. In diesem Auswahlprozess passieren meist ein paar Partner Revue bis der Richtige gefunden wird. Auch ein allgemeines gesellschaftliches Urteil spielt hierbei eine grosse Rolle. Jemand, der als Politiker Karriere machen will, wird dies bei der Auswahl der zukünftigen Ehefrau einbeziehen und eine ambitiöse Frau kann sich so auch für einen Mann entscheiden, der ihr Macht und Ansehen gibt. Ausserdem gibt es einen grossen Einfluss von Film und Musik, wodurch letztendlich die gesamte Gesellschaft am Fortbestehen des Fortpflanzungssystems, von dem die Ehe die öffentliche Repräsentation ist, beteiligt bleibt.

 

Die romantische Liebe

Kann man nun daraus schlussfolgern, dass in unserer modernen Zeit alles noch genau so ist wie in der dunklen Vergangenheit oder irgendwo im zurückgebliebenen Nirgendwo? Nein, wir befinden uns seit ca 100 Jahren in einem Zeitalter sexueller Veränderung. Wir verfügen über genug Wohlfahrt und Wissen, um Ideen über menschliche Freiheit und Entwicklung, Erziehung und Arbeit, Lebenserfüllung und Individualität immer mehr realisieren zu können.
Seit ein paar hundert Jahren ist der Gedanke, dass romantische Liebe Bedingung für die Ehe ist wichtiger geworden. Dies hängt mit der Selbstbestimmung gegenüber erzwungenen oder arrangierten Ehen zusammen. Die gesamte Romantradition des 19. und 20. Jahrhunderts hat hierzu beigetragen, indem auf diese Weise gezeigt wurde, wie es zum Konflikt zwischen dem alten sexuellen System und der neuen Denkwelt kommt.

 

Geburtenregelung

Ausserdem gibt es noch die Idee der Geburtenregelung, die zum ersten Mal in unserer Evolution massal angewendet wird. Nach einem Jahrhundert des Widerstands von konservativen, meist religiösen Mächten, sind in einem Teil der Welt im Prinzip für jeden im fruchtbaren Alter sowohl das Wissen als auch die Mittel vorhanden um die romantische Liebserfahrung von der Ehe zu lösen.

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