sex&literatur

Es ist unmöglich, Beispiele vom Sexuellen in der Literatur anzuführen. Man kann besser nach Beispielen in der Literatur suchen, bei denen es nicht um Sexuelles geht. So eine Liste ware sehr kurz.

 

Wir unterscheiden hier natürlich zwiscen “Literatur” und anderen Formen schriftlicher Kommunikation, wie Gebrauchsanweisungen für Fahhradreparaturen, Bauzeichnungen für einen Wolkenkratzer, Protokollen von  Besprechungen, Rezepten, Zeitungen, Lehrbüchern etc. Es gibt Menschen, die niemals etwas anderes lesen und die also nicht viel Ahnung haben von Literatur.

 

Das sexuelle System in der Literatur

Die Literatur beschäftigt sich von alters her mit dem Zustand des Menschen, dem Indivuduum in Beziehungen und der menschlichen Gesellschaft.
Hauptthemen in der Literatur machen das sexuelle System sichtbar:
Familienverhältnisse, Liebe und Hass, Ehe, Fortpflanzung und Sitten. Unendlich sind die Variationen dieser Themen und sind auf den verschiedensten Niveaus der Literatur zu finden. Gedichte, Theaterstücke, Romane und Biographien handeln meist alle von den intimsten, intensivsten, problematischsten und emotionellsten Erfahrungen des Menschen im Verhältnis mit seiner nächsten Familie, mit darum herum einem kleinen Kreis von Verwandten und Bekannten und darum herum wiederum einer grösseren Welt von Krieg und Frieden.

 

Basis der Gesellschaft

Die Literatur verdeutlicht, dass die Basis der menschlichen Gesellschaft im Kleinen zu finden ist, im Mikrokosmos der individuellen Eigenschaften und Konflikte, Familieninteressen, Liebe und Partnerwahl, Frustration, Depression, Verrat, Schuld und Sühne, Gut und Schlecht im Kleinen. Die “grosse” Welt von politischen Entwicklungen, Krieg und Frieden, Unheil etc fungiert als Hintergrund nah dran oder weit weg oder ist in bestimmten Genres auch nicht vorhanden.
Die Literatur, wozu auch das Theater gehört, handelt also von dem, was eine kleine Gruppe oder einen Stamm angeht. Das bedeutet nicht, dass die grosse Welt keine Rolle spielt. In der Literatur wird der Makrokosmos auch als Folge des Kleinen angesehen. Das Verhalten der Individuen wird an das Wohlbefinden der gesamten Gesellschaft gekoppelt, ja sogar an die der gesamten Schöpfung. Literatur hat dann auch von alters her einen erziehenden und moralisierenden Charakter.

Share this page