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Was haben Fussball und Sex miteinander zu tun? Wenn man Leute danach fragt, ist ihre erste Reaktion meist, dass Fussballer früher vor einem Spiel enthaltsam sein mussten. Heutzutage ist das aber nicht mehr so.

 

Sport und Sex bleiben in einem Spannungsfeld: Sport kann ein Beruf mit hohem Ansehen sein, Sex nicht. Wir können auch anders nach der Beziehung zwischen Fussball und Sex schauen, indem wir Sex in Verbindung zum Geschlechterunterschied und der Fortpflanzung betrachten.

 

Der Geschlechterunterschied

Beim Fussball kann man den Unterschied zwischen den Geschlechtern deutlich sehen. Junge spielen eher Fussball als Mädchen, Fussballvandalen sind fast immer junge Männer und die “Fussballwelt” ist eine “Männerwelt”.
Es gibt natürlich auch Frauenfussball (einige Frauen können besser Fussball spielen als die meisten Männer), aber das macht den sexuellen Unterschied noch grosser. Fast in der gesamten Sportwelt ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern systematisch  zu finden. Es wird sicher irgendwann so weit sein, dass die erste Frau in einem Männerteam mitspielt bei einer WM, genau wie es einige weibliche Kranführer, Maffiosi, Boxer oder Frauen in hohen Ämtern in der Kirche oder bei der Müllabfuhr gibt. Das würde dann sicher als “historischer Moment” betrachtet werden. Ansonsten wird das nicht viel verändern, solange der Geschlechterunterschied mit der Fortpflanzung zusammenhängt. Es gibt so etwas wie einen “natürlichen” oder “biologischen” Unterschied zwischen den Geschlechtern und das zeigt sich auch beim Fussball. Fussball ist ein Teil der Kultur aber gleichzeitig auch Ausdruck unserer Natur.

 

Eizelle und Samenzellen

Beim Fussballspiel  geht es darum, das seine Gruppe Männer sich enorm anstrengt, um dafür zu sorgen, dass ein Ball in einem Tor landet. Woher kommt dieses Spiel und warum ist es so beliebt? Was erklärt die Leidenschaft mit der gespielt wird und mit der man mitfühlt? Wie kommt es, dass ein ganzer Stamm, ein ganzes Volk durch ein Spiel so gerührt ist, dass es kollektiv viele verschiedene Emotionen erlebt > von höchster Freude hin zu tiefster Traurigkeit, abhängig vom Ergebnis?
Hierfür muss es ein tieferliegendes Motiv geben.
Es gibt eigentlich keine andere Erklärung als dass Fussball ein Ausdruck der sexuellen Fortpflanzung ist. Das Tor ist die weibliche Eizelle und der Ball der viel kleinere Kopf der männlichen Samenzelle. Das Tor übt eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf die Spieler (Samenzellen) aus und jeder probiert derjenige zu sein, der den Ball ins Tor schiesst. Das Tor das anzieht, sich aber bei Penetration auch widersetzt. Wenn es klappt, den Ball ins Tor zu bekommen, dann ist das ein Höhepunkt, ein Klimax: Freude beim erfolgreichen Team, Enttäuschung und Trauer bei den Verlierern. Es darf dann auch nicht direkt wieder ein Ball ins Tor kommen, genau wie in der Realität, in der sich die Eizelle schliesst, sodass nur eine Samenzelle eindringen kann.
Die Geschichte von den Samenzellen, die auf die Eizelle jagen, kann man auf das Verhalten männlicher und weiblicher Organismen ausbreiten. Auch dabei findet man das gleiche unwiderstehliche Verlangen beider Seiten, das zu Wettkämpfen führt, bei denen man meist Höhepunkte und Befruchtungen finden kann. Wenn man sexuelle Beziehungen und Familien von diesem Standpunkt aus betrachtet, wird man sich der sexuellen Basis der Gesellschaft und Kultur bewusst.

 

Fussball ist Krieg

Man vergleicht Fussball, nicht unzurecht, mit Krieg. Warum? Fussball ist ein kultureller Ausdruck oder eine Aufführung der natürlichen Praxis des Kriegführens zwischen verschiedenen Stämmen. Freud hat hierfür den Ausdruck “ Sublimierung” gebraucht. Dinge, die wir als “Kultur” bezeichnen, sind, wenn man sie näher betrachtet, verschönerte oder “sublim gemachte” Natur. Fussball ist also “verschönerter Stammeskrieg”. Auch dabei sin des vor allem Männer, die die Arbeit verrichten, oft im Auftrag der Frauen, die das Überleben (die Fortpflanzung) des eigenen Stammes bewachen.
Das Schöne am Fussball ist, dass es mehr Belohnungen, Freude und Schönheit und weniger Gewalt, Vernichtung und Totschlag gibt als bei einem echten Stammeskrieg. Fussball ist also ein Zeichen von Fortschritt in unserer Evolution, wobei primitive Triebe in symbolische Handlungen übertragen werden. Diese Handlungen sind jedoch nicht ganz und gar symbolisch. Das kommt daher, dass wir noch nicht so weit in unserer Evolution sind. Die Fussballer selber merken das z.B. an den Verletzungen, die sie sich zuziehen. Die Vandalen streiten sich wirklich mit den Mitgliedern des anderen Stammes.
Man weiss, dass Affen und andere Tiere einander auch Objekte zuwerfen oder zuschiessen. Fussball kann man also als “natürliches” Verhalten bezeichnen. Der Unterschied zwischen Menschen und Tieren ist, dass wir diese natürliche Gabe weiter entwickelt haben und ihr eine typisch menschliche Form gegeben haben, mit Regeln, Organisation, Wettkampf und Diskussion im Fernsehen. Wir sind keine Affen. Es gibt aber eine Verbindungslinie vom primitiven Werfen von Bällen bei den Affen hin zur komplexen gesellschaftlichen Welt des Fussballs, die wir mit der menschlichen Kultur assoziieren.

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