islamismus

Das Eintreffen von Abu Jahjah mit seiner arabisch europäischen Liga war der Anfang einer islamistischen Bewegung in Europa. Man konnte nahezu darauf warten, dass jemand die Unzufriedenheit der “Ausländer” in Worte fassen würde und dass derjenige auch dem Widerstand von links und rechts gewachsen sein würde. 

 

Abu Jahjah bekam viel Unterstützung durch seine Überzeugung, seinen seriösen und dennoch leidenschaftlichen Stil, seine zurecht geäusserten Beschuldigungen adressiert an die Regierung, den Staat, die Polizei, an Journalisten und das normale Volk in Europa. Dabei ging es ihm um ausgesprochene oder nicht ausgesprochene Diskriminierung, Kriminalisierung, Angst und Misstrauen gegenüber Ausländern aus Nordafrika und dem Mittleren Osten, die unter dem Oberbegriff “Islamiten” als Bedrohung des “modernen westlichen demokratischen Rechtsstaates” (der auf christlichen Werten beruht) betrachtet werden. Indem man “Islamit” als rebellischen Begriff benutzt, strebt diese Bewegung nach politischer Macht.

 

Religion als Ausgangspunkt

Der Islamismus ist so wie jeder “-ismus” eine politische Ideologie. Er appelliert an die Unzufriedenheit hinsichtlich täglicher Lebensumstände, an das Gefühl, Opfer zu sein und an das Bedürfnis, Macht ausüben zu können an Stelle von machtlos zu sein. Indem man religion als Ausgangspunkt nimmt, nimmt der Islamismus jedoch das gleiche Missverständnis als Basis wie es auch andere religiöse Ideologien tun, sowie der christliche Evangelismus, der Zionismus, Hinduismus u.ä. und es kann dadurch nichts anderes sein als ein Ausdruck politischen Konservatismus’  oder Fundamentalismus’.
Rückkehr zum Fundament, der Basis, der Gesellschaft ist eigentlich eine Rückkkehr zum sexuellen System, der sozialen Ordnung, in der der Geschlechterunterschied, die Lustkontrolle und der Primat der Familie und die natürliche Fortpflanzung zentrale Werte sind, die das Verhalten normen. Dieser politische Streit ist paradox: die Gefühle der Unlust, die das Feindbild anwackern, entstehen aus der gleichen sozialen Struktur, die man etablieren will. Dieses Paradox kann man nur lösen, wenn man das sexuelle System in das politische Programm aufnimmt. Das ist eine Herausforderung für jeden “-ismus”, auch den Islamismus.

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