diefamilie

Eine Familie ist in erster Linie eine Frau mit einem Kind oder mehreren Kindern und einem Mann (mit etwas Abstand). Die meisten allein erziehenden Mütter folgen also einem von alters her bekannten Muster und sind keine Opfer eines „modernen Sittenverfalls“, so wie einige Moralapostel behaupten. Die Mutter sorgt für die Kinder, der Mann hilft dabei meist und beschützt sie auch vor Gefahren in der Außenwelt.

 

biologische Basisgesellschaft

 

Von alters her hat der Mensch in Gruppen gelebt, welche verschiedene Ausmaße hatten. Meistens gehörten einige Frauen mit ihren Kindern zu einem oder mehreren Männern. Aus den Gruppen wurden Stämme, Völker, Reiche, sodass das menschliche Zusammenleben immer größer und auch komplizierter wurde. Und doch blieb die biologische Basis des Zusammenlebens die gleiche: Kinder wachsen in einer Familie auf und wollen meist später auch eine Familie gründen. Eigentlich bestehen also alle Gesellschaften der Welt aus einer Vielzahl Familien, welche in der modernen Zeit wiederum aus einem kleinen Kern von Frau und Kind und Mann bestehen, und darum herum Eltern und Familienangehörige. Die Bedeutung dieser Tatsache ist enorm. Die Selbstverständlichkeit und Popularität der Familie stehen i engem Zusammenhang mit der Selbstverständlichkeit von und dem Recht auf Fortpflanzung. Die Familie steht also auch in engem Zusammenhang mit dem Geschlechterunterschied und der Regulierung der Lust. Die Familie kann man zu Recht als Basis der Gesellschaft bezeichnen.

 

Verbesserungen

Die Familie hat im letzten Jahrhundert viele Veränderungen und Verbesserungen erfahren. Die Popularität der Familie ist momentan groß, ist aber zum Teil auch nur zum Schein so. Es gibt eine enorme Propaganda für die moderne Familie mit „gewünschten Kindern“. Film, Fernsehen, eigentlich alle Kultur ist getränkt mit der Selbstverständlichkeit und der prinzipiellen Güte der Familie. Aber ob die Familie immer gut ist, ist fragwürdig.

  • Da Fortpflanzung und Familiengründung ein Menschenrecht ist, haben viele Menschen Kinder ohne dass sie die Qualitätsanforderungen erfüllen. Sie geben ihnen manchmal keine optimalen genetischen Eigenschaften mit, dadurch dass sie unter teilweise erbärmlichen Umständen leben welche zu unglücklichen und gefährlichen Formen der Erziehung, einem frühen Tod oder lebenslangen Mängeln führen.
  • Von der Gesellschaft allgemein aus betrachtet ist die Familie eigentlich asozial. Menschen tun fast alles für ihre Familie und dadurch viel zu wenig für andere. Dies ist die wichtigste Erklärung für gesellschaftliches Unrecht, Ungleichheit in Besitz und Einkommen und also auch Bildung, Gesundheitsfürsorge und Unterkommen. Die Reichen wollen genau so das Beste für ihre Kinder wie die Armen.
  • Psychologisch betrachtet hat die Familie auch viele Mängel. Es ist der Ort, an dem Menschen ihre sensibelste Entwicklungsperiode durchleben und wo sie die Grundformen ihres Verhaltens und ihrer Emotionen lernen. Die Familie ist also die Wiege des Glaubens und anderer Lebensüberzeugungen, welche zu politischen Ideologien führen. Gehorsam, Angst vor Strafe, vertikales Denken und das Streben nach Macht, Abneigung gegen Fremde und andere – das alles sind Dinge, die die meisten Menschen in ihrer Erziehung mitbekommen und die sie sich später nur mit viele Mühe abgewöhnen können. Natürlich lernen Menschen nicht nur von Mutter, Vater, Brüdern und Schwestern, sondern auch von anderen Familienangehörigen, Freunden und in der Schule. Die Einflüsse kommen jedoch indirekt zum großen Teil auch wieder aus dem Familienleben anderer. Es gibt also in jeder Epoche bestimmte herrschende Ansichten, die nachweislich falsch sind, aber die trotzdem doch weiterleben dadurch dass sie in den Familien weitergegeben werden.

Die große Frage, welche sich bei der Kritik an der Familie stellt ist: geht es auch anders? Gibt es – außer durch die Familie – andere Möglichkeiten, Kinder zu erziehen, ihnen Sicherheit und Geselligkeit mitzugeben und sie entwickeln und aufwachsen zu lassen ohne dass sie eine Neurose entwickeln? Die Antwort konnte bis zum heutigem Tag nicht gefunden werden. Die Kommune, der Kibbutz, die bewusst nicht verheiratete Mutter und das Homopaar haben alle verschiedene Aspekte der Familie zur Diskussion gestellt.

 

Dik Brummel

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