adoleszenz

Im Lauf der Evolution ist zwischen Jungen und Mädchen das typische Verhalten entstanden, das uns immer noch vertraut ist. Beide verlieben sich, was bedeutet, dass sie ihr sexuelles Verlangen auf jemanden vom anderen Geschlecht richten (manchmal auch auf jemanden vom eigenen Geschlecht).  Oft machen sie dabei die Erfahrung, dass jene Person unerreichbar ist. Der Junge verlangt zu früh nach einem Mädchen, welches an einen aelteren Jungen denkt, der wiederum um ein anderes Mädchen wetteifert. Diese starken Gefühle in der Adoleszenz spielen eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der mentalen Aktivität, welche verbunden ist mit der Entwicklung von Phantasie und einem größeren Bewusstsein.

 

Exklusive Beziehung

Wenn Kontakt entsteht, dann probiert das Mädchen den Jungen exklusiv an sich zu binden: ihr Verlangen nach Geschlechtsgemeinschaft steht im Dienste ihres Anspruchs an Sicherheit. Sie zeigt also gegenüber dem Jungen meistens ein ängstliches Bindungsverhalten kombiniert mit Lust. Sie ist attraktiv, fordert Naehe und erweckt beschuetzendes Verhalten. Beim Jungen herrscht das sexuelle Verlangen, aber auch Bindung spielt eine wichtige Rolle. Auch er verlangt nach der Nähe des Mädchens durch die Erfahrungen von dem Bedürfnis nach einer Person, an die man sich bindet, aus seiner eigenen Kindheit. Er ist dabei, sich von seiner Mutter zu lösen. Er muss sein Heil letztendlich in der Außenwelt finden, wo auch sein Aufgabengebiet liegt. Das Mädchen jedoch ist mehr darauf ausgerichtet, ihn an sich zu binden bzw ihn zurück zu führen in die haeusliche Situation. Sie stimuliert sein Versorgungsverhalten/seine Sorge, er aber widersetzt sich im gewissen Maße gegen das Domestizieren.

 

Heftige Emotionen

Es ist sehr logisch, dass diese Situation die heftigsten Gefühle, die ein Mensch haben kann, hervorruft. Verlangen, Sorge, Angst, Bosheit, Eifersucht und Zärtlichkeit sind die Zutaten für das, was wir als eine “sexuelle Beziehung” bezeichnen. Es ist eine Art Streit, in der Leiden und das Zufügen von Leid eine wichtige Rolle spielen. Es gibt noch einen weiteren Aspekt des Kontakts in der Adoleszenz, der sehr wichtig ist. Beide Geschlechter verkehren im Allgemeinen in einem bestimmten Stadium ihrer mentalen Entwicklung. Der Junge ist hierin meist weiter als das Mädchen. Hinsichtlich sehr vieler Dinge jedoch befinden sie sich beide in einem Zustand von Unwissenheit und Verwirrung. Sie sind auch damit beschäftigt, eine eigene Identität zu entwickeln. Das bedeutet, dass sie einem oder mehreren Rollenmodell(en) aus der ihnen bekannten Welt folgen (meist ohne dass sie selbst genau wissen, warum). Auch müssen sie ihre soziale Rolle auf ihre individuellen Erfahrungen und Auffassungen abstimmen. Dies sorgt oft für interne Konflikte, für die sie eine vorläufige Lösung finden müssen. Die beiden wichtigsten Leitmotive für ihr Leben sind soziale Anpassung und persönliche Befriedigung. Beide kann man als Aspekte der Hauptrolle, die sie bei der Fortpflanzung der Art spielen, verstehen.

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