homophilie

Homoio ist das griechische Wort für „gleich“. Homophilie beinhaltet also, dass jemanden vom gleichen Geschlecht lieb hat. Manche sprechen lieber von Homosexualität als von Homophilie, da es um die sexuelle oder erotische Anziehung und das entsprechende Verhalten geht. 

 

Homophilie wirkt wie ein verschleierter Begriff, so als ob es vor allem nur um die Gefühle oder den „geistlichen“ Kontakt geht. Es ist verständlich, dass als homosexuelle Kontakte streng bestraft wurden, sie heimlich stattfanden und oft auch mit Schuldgefühlen einher gingen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Homosexualität zwar immer noch als Verbrechen angesehen (v.a. wenn eine jüngere Person einbezogen war), aber auch immer mehr als Störung oder bestimmte Neigung oder Vorliebe. Die Akzeptanz wurde dadurch immer größer. Wenn jemand nur eine gewisse Neigung hatte, konnte er hieran nichts verändern. Und eine Neigung bedeutete auch noch nicht, dass diese auch wirklich in die Praxis umgesetzt wurde. Dieses letzte Argument wurde häufig von kirchlichen Vertreter benutzt.

 

Akzeptanz von Homophilie

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es auch in der Öffentlichkeit immer mehr Homosexualität – durch Literatur wie z.B. Bücher von Gerard Reve oder durch eine Vereinigung wie das COC. Nach 1975 entstand eine Bewegung für gleiche Rechte von Homosexuellen, die in einem gesetzlichen Verbot von Diskriminierung und dem Recht um zu heiraten und Kinder zu bekommen mündete. Der Homo ist nun ein vollwertiger Bürger.

 

Homo und Lesbe

Das Wort „Homo“ bezieht sich v.a. auf Männer (wahrscheinlich denkt man an das lateinische Wort „homo“, welches Mensch oder Mann bedeutet), während  für Frauen das Wort „Lesbe“ gebräuchlich ist. Lesbe kommt von „Lesbos“, die griechische Insel, auf der in der Antike der griechische Dichter Sappho gemeinsam mit andere Frauen eine Gemeinschaft formte. Sowohl Homo als auch Lesbe werden auch als Schimpfwörter gebraucht. In einer Umgebung, die v.a.hetero ist und die dies auch in Filmen, Liedern, Unterrichtstexten und täglichen Gesprächen so ausdrückt, haben es Jugendliche mit homosexuellen Neigungen nicht leicht. Sie möchten gerne normal sein und zweifeln oft an sich selbst. Auch wenn die Homosexualität heutzutage akzeptiert wird, haben sie häufig Bedürfnis nach extra Hilfe oder Unterstützung. Dafür hat man dann auch Organisationen ins Leben gerufen, wie z.B. die Schorer Stiftung.

 

Bisexuell

Es gibt auch Menschen, die sich als bisexuell bezeichnen. „Bi“ kommt von „zwei“. Diese Menschen finden die Zweiteilung von „homo“ und „hetero“ nicht befriedigend und möchten die Möglichkeiten fördern, sowohl männliche als auch weibliche Partnern lieb zu haben. Obwohl dies ein Ideal der sexuellen Reform genannt werden könnte, ist der Club der Bisexuellen (das Wort „biphiel“ wird kaum benutzt) sehr klein.

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