schwangergefällt

Schwangerschaft beginnt mit Sex haben und endet mit dem Gebären und führt hin zu einer Familie mit minimal Mutter und Kind. Dies ist die sexuelle Grundlage des Lebens.

 

verstehe die Welt

Individuen, die bei der Befruchtung Eigenschaften der Eltern erben, während des Wachstums durch die (Gebär)Mutter geformt werden und nach der Geburt in hohem Maße dem Zufall ihres Familienlebens und ihrem Platz auf der Welt ausgeliefert sind.
Aber auch das gesellschaftliche Leben beruht letztendlich auf der Schwangerschaft. Geschlecht, Rasse, Nationalität, Sprache, Kultur, Glaube – sie alle werden während und nach der Schwangerschaft in der Familie geformt. Nationale und internationale soziale Strukturen und Funktionen entstehen daraus. Kurz zusammengefasst: wenn du die Welt verstehen willst, schaue dann auf die Schwangerschaft.

 

 

Schwangerschaft ist eine Folge von Sex

Nicht von einem Mal, obwohl Aufklärungsbücher davor warnen, dass dies doch zu den Möglichkeiten gehört, aber meistens von dem oft genug während einiger Monate koitieren, ficken, Geschlechtsverkehr haben, miteinander schlafen, auch miteinander ins Bett gehen genannt, wobei der Penis tief in der Vagina einen vollständigen Samenerguss hat. Hundert Millionen Samenzellen beginnen dann einen schwierigen Weg durch eine feindliche Umgebung, über die Gebärmutter hin zu den Eileitern.
Und so ist es immer schon gewesen. Jeden Monat gibt es eine Eizelle im Eileiter, aber die lebt meistens nicht länger als einen Tag. Eine regelmäßige Zufuhr von Sperma ist notwendig. Der junge Mann sorgt hierfür gern, denn so ist er nun einmal. Seine Samenzellen bereiten sich täglich mit einer millionenfachen Anzahl auf ihre große Reise vor. Sie willen raus und treiben ihn unwiderstehlich an, zu ficken oder etwas zu tun, was dem ähnelt, mit einer Frau oder etwas was ihr ähnelt. Die junge Frau will auch, auf jeden Fall dann mit dem Mann ihrer Wahl. Wenn sie jenen gefunden hat, dann ist sie nicht mehr zu stoppen. Nicht „gesellig miteinander im Bett liegen“, nicht „es geht nicht um Sex“, nichts von „streicheln ist auch schön“ – man muss ficken, so lange, bis sie schwanger ist.

 

Schwangerschaft als Krankheit

Schwangerschaft hat alle Merkmale einer Krankheit und führt mehr Risiken mit sich als rauchen, trinken und Inzest zusammen. Und doch ist die Akzeptanz hiervon so gut wie universell und die Popularität groß. Die Erklärung hierfür liegt sowohl im individuellen als auch im gesellschaftlichen Bereich:

  • Beim Individuum ist das Bedürfnis sich fortzupflanzen tief in den Geschlechtszellen verankert. Evolutionär gesehen sind es die Geschlechtszellen, die sich miteinander fortpflanzen und ist das Individuum nur eine Art Transportmittel der Zellen. In allen Aspekten des individuellen Verhaltens kommt die Selbstverständlichkeit der Fortpflanzung zum Ausdruck.
  • Die Gesellschaft zeigt einen kollektiven Fortpflanzungstrieb, unterstützt also das Individuum in seinem Streben nach Fortpflanzung und Familiengründung. Dies geschieht mittels Vorkehrungen, Aufklärung und Propaganda, kulturellem Ausdruck verschiedener Art, wie auch der Gesetzgebung. Schwangerschaft ist ein heiliges Grundrecht jeder Frau, höchster Wert aller Werte und Normen.

 

Core business

Schwangerschaft und Geburt bilden dann auch eine Kernbeschäftigung, einen „core business“, der Individuen und der Gesellschaft. Wenn wir unsere Zeit vergleichen mit der von vor 100 Jahren, dann kann man einen enormen Fortschritt hinsichtlich der Gesundheit von Müttern und Kindern erkennen. Mit dem Aufzug der Verhütung sank die Zahl der Kinder pro Mutter und stieg die Aufmerksamkeit und Sorge für die Nachkommen. Die Kindersterblichkeit sank stark und die Risiken von Schwangerschaft und Geburt wurden geringer. Die Forschung auf dem Gebiet der Fortpflanzung und Vererbung nahm zu, auch um durch neue Kenntnisse unfruchtbaren Ehepaaren helfen zu können und um Erbkrankheiten bereits in der Gebärmutter entdecken zu können, mit einer Abtreibung als Möglichkeit. In der Zukunft wird die Fortpflanzung wahrscheinlich noch mehr durch den Menschen selbst bestimmt werden. Hiergegen herrscht großer Widerstand und darum ist trotz des Fortschritts auch Vieles so geblieben wie es immer war. Schwangerschaft und Geburt, v.a. beim ersten Mal, sind noch immer eingreifende und risikoreiche Geschehnisse im Leben eines Mädchens, auch wenn sie im Durchschnitte 27 Jahre alt ist. Die Schwangerschaft wird von vielen Beschwerden und merkwürdigen „Nebenwirkungen“ begleitet. Die Geburt ist schmerzhaft, da der Kopf eines Menschenbabys zu groß ist. Das Baby wird eigentlich zu früh geboren und fordert darum viel (was wir dann zärtlich „abhängig“ nennen). Eigentlich, aber das realisieren sich Mütter erst später, handelt es sich von der Befruchtung an bis hin zur Pubertät um einen Streit um das Bestehen, welchen das Kind fest beschlossen ist zu gewinnen, auf Kosten der Mutter.

 

Warum wollen wir eigentlich ein Baby?

Die meisten haben das Gefühl „unvollständig“ zu sein ohne ein eigenes Kind. Dieses Gefühl ist Ausdruck ihres ganzen Körperbaus und ihrer Funktion, ihrer Erziehung und ihrer gesellschaftlichen Rolle. Schwanger werden ist eine genetische und eine gesellschaftliche Pflicht und so lange die nicht erfüllt ist, bleibt ein Gefühl von Unruhe, das Gefühl zu schwänzen, untugendhaft zu sein, aber doch unbefriedigt, bestehen. Auch in der modernen Welt kann man das sehen. Wenn man z.B. Frauenzeitschriften liest, welche sich größtenteils der sexuellen Funktion widmen. Sie zeigen, was die moderne Frau glauben möchte, dass sie frei, verführerisch und sexy leben darf, dass sie alles kann, alles darf und alles will. Was sie jedoch am liebsten will, ist ein Kind. Nach einer Periode von Studium, Jobs, Ausgehen, einer oder mehr Beziehungen, die alle nett sind aber die innere Leere nicht füllen, findet sie doch, was sie die ganze Zeit gesucht hat: einen festen Partner, mit dem sie sich „entscheidet“, ein Kind zu bekommen. Und heiraten gehört eigentlich auch dazu. Nicht altmodisch, so wie die Mutter das tat, sondern weil es so romantisch ist und weil man der Welt zeigen möchte, dass man zueinander gehört. Das Kind als natürliche Erfüllung des Frauseins – wem ist das eine Schwangerschaft und Geburt nicht wert?

 

Dik Brummel

Share this page