erwachsensein

Hat ein Mädchen erstmal ein Kind bekommen, gehört sie endgültig zur Welt der Erwachsenen.

 

Zusammen mit ihrem Kind bildet sie den Kern einer Familie. Das Kind fordert ihre Anwesenheit und Fürsorge. Sie ist hierauf auch vorbereitet. Jeder kann der  jungen Mutter ansehen, wie sehr sie von ihrem Kind eingenommen ist. Die Art, wie sie mit dem Kind kommuniziert, wie sie es verhätschelt, festhält, versorgt, sich beim kleinsten Zeichen von Gefahr oder Krankheit Sorgen macht; kurzum wie sie mit dem Kind verbunden ist und für es sorgt. Zweifelsohne verfügt die junge Mutter über ein Verhaltensmuster, das sich im Laufe der Evolution entwickelt hat und welches an die Forderung des Neugeborenen, umsorgt zu werden, anschliesst.

 

Fürsorgendes Verhalten im Erwachsenenalter

Das für- oder versorgende Verhalten ist typisch für das Erwachsensein. Es wird v.a. durch die Hilfsbedürftigkeit des eigenen Kindes, aber durch die anderer kleiner, zarter oder verletzlicher Wesen hervorgerufen. Dieses fürsorgende Verhalten zeigt sich, wie wir bereits gesehen haben, auch in der Kindheit, ist dann aber dem Bindungsverhalten untergeordnet. Genauso steht das sexuelle Verlangen in Kombination mit dem Bindungsverhalten in der Adoleszenz so zentral, so dass es nur wenig Raum für Fürsorge gibt. Es handelt sich hierbei in erster Instanz um ein aus dem Innern kommendes Bedürfnis um zu sorgen. Auch durch die Gemeinschaft auferlegtes Verhalten wird als “Sorge” bezeichnet.
Die junge Mutter hat während der Schwangerschaft das notwendige fürsorgende Verhalten entwickelt. Dies geschieht  durch Veränderungen im Stoffwechsel, welcher ihre Emotionen und ihr Denken steuert. Das gleiche Mädchen, das noch kurz davor all ihre Aufmerksamkeit darauf gerichtet hat, den richtigen Partner anzuziehen und typisches verführerisches Verhalten zeigte, ist nun von der Sorge um ihr Kind erfüllt.

 

Bindungsverhalten

…aber nicht ausschliesslich. Die junge Mutter zeigt auch starkes Bindungsverhalten gegenüber ihrem Kind und erfährt sexuelle Lustgefühle bei den Berührungen, dem Kuscheln und Küssen oder beim Stillen. Die Liebe der Mutter ist also eine Kombination von Bindung, Sorge und Lust, genau wie bei Frischverliebten. Der Unterschied ist, dass bei Letztgenannten das sexuelle Verlangen dominiert, während bei der jungen Mutter meistens die Sorge am stärksten ist.

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