erregungundorgasmus

Der Ausdruck „sexuelle Reaktion“ ist bekannt geworden durch die Forschung von John Masters und Virginia Johnson, die im Jahre 1970 das Buch „Human Sexual Response“ (deutsche Übersetzung „Die sexuelle Reaktion“) veröffentlichten.

 

Die Forschung

In ihrem Buch berichten sie von ihrer Forschung danach, was genau passiert, wenn Menschen Sex haben. Sie führten Gespräche, beobachteten sexuelles Verhalten, worunter auch Masturbation (Selbstbefriedigung), und maßen mit Instrumenten verschiedene Werte – sowohl im Inneren des Körpers als auch äußerlich. Selbstverständlich wurde diese Forschungsreihe weltberühmt, da sie die erste ihrer Art war und da in jener Zeit viel Interesse an diesem Thema herrschte.
Masters und Johnson unterschieden 4 Phasen der sexuellen Reaktion: Erregung, Plateauphase, Orgasmus, Erholung. Dieses Modell wird noch immer benutzt, nun jedoch ausgebreiteter und feiner. Dies als Ergebnis von Forschung und Kritik. Sie wurde zum Beispiel am Anfang die Phase „sexuelles Verlangen“ hinzugefügt. Der Gedanke dahinter ist, dass sexuelle Probleme auch entstehen können, dadurch dass es ein Problem mit der“ Lust auf Sex“ gibt. Ein weiterer Zusatz ist, dass Verlangen und Orgasmus „solo“ erlebt werden können.

 

Sexuelles Verlangen

Wir gehen davon aus, dass alle Menschen immer mit einem vorhandenen sexuellen Verlangen leben. Dieses Verlangen ist teilweise unbewusst und schwankt ständig in Wechselwirkung mit anderen Verlangen, Ängsten, Umständen, usw. Von Zeit zu Zeit wandelt dieses vage sexuelle Verlangen sich in ein bewusstes sexuelles Verlangen. Es beginnt mit einem Gefühl von Erregung (Geilheit). Das nennen wir „sexuelle Reaktion“

 

Sexuelle Erregung

Sexuelle Erregung beginnt durch das Vorhandensein innerer oder äußerer Reize, einem Gedanken, einem Blick, einem Bild, Musik usw. Abhängig von der Situation kann diese federleichte sexuelle Erregung wieder verschwinden, zunehmen, Stunden dauern oder auch nur einige Minuten. Wenn man davon ausgeht, dass die sexuelle Erregung ohne Störungen weiter stimuliert wird durch Handlungen (mit oder ohne Partner), dann kann man sehen, dass sich die Herzschlagfrequenz erhöht, Blut in den Genitalbereich gedrückt wird, dass die Muskelspannung zunimmt, sich die Gedanken mehr auf sexuelle Stimuli konzentrieren (Phantasie, küssen, streicheln). Die Brustwarzen werden härter, die Brüste größer, die Vagina feucht, die Klitoris schwillt an, die Schamlippen gehen etwas mehr auseinander, der Penis schwillt an und wird steif, die Hoden schwellen und bewegen sich nach oben, der Hodensack zieht sich zusammen, die Atmung wird schneller. 

 

Plateauphase der sexuellen Erregung

Durch gezielte Handlungen mit Penis und Vagina, Händen und Mund entsteht ein Zustand mit optimalem Blutdruck, Spannung aller betroffenen Muskeln, maximaler Schwellung von Penis und Schamlippen, mit Verfärbung bis zu einem dunkelrotenTon, Feuchtigkeitsabsonderung in Vagina und Penis, „Sexröte“ (rot werden im Gesicht und am Oberkörper). Dies nennt man Plateauphase. Diese kann sehr kurz sein aber auch viele Minuten dauern. Jemand, dem es schwer fällt zu kommen (Frauen öfter als Männer), bleibt in jener Plateauphase.

 

Orgasmus (kommen)

Von der Plateauphase aus kann dann der Orgasmus förmlich ausbrechen. Man den Orgasmus mit einem Vulkanausbruch vergleichen. Dieser Klimax dauert meist nicht lange und wird begleitet von einem unwillkürlichen Zusammenziehen der Muskeln, maximalem Blutdruck und maximaler Atmung, keuchen und ächzen, Samenstauung in der Prostata, Orgasmusgefühl, Samenerguss beim Mann, Feuchtigkeitsabsonderung bei der Frau, dies begleitet von einigen rhythmischen Zuckungen der Muskeln der Vagina, des Anus’ und des Penis’

 

Erholung nach dem Orgasmus

Die „Sexröte“ verschwindet direkt nach dem Orgasmus, die Muskelspannung und der Blutdruck, die Atmung und das Genussgefühl nehmen schnell ab. Die Schwellung der Klitoris und des Penis’ verschwindet etwas zur Hälfte, die Schwellung der Brustwarzen kann etwas länger anhalten. Abhängig von den betreffenden Personen und Umständen kann die Frau schneller zur Plateauphase zurückkehren und von da aus noch einmal zum Orgasmus kommen (dies kann sich viele Male wiederholen), während der Mann im Allgemeinen etwas mehr Zeit braucht für die Erholungsphase. Ein Gefühl großer Freude und Befriedigung kann nach dem Orgasmus die Stimmung beherrschen, aber auch eine Form der Depression. Es ist klar, dass die Umstände und die Gefühle bezüglich der Masturbation und des Partners hierbei eine große Rolle spielen.

 

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