erektionsprobleme

Oft spricht man auch von „Impotenz“, aber dieses Wort wurde lange Zeit als Schimpfwort benutzt und beinhaltet außerdem auch andere Beschwerden als das nicht oder nicht lange genug Haben eines steifen Penis. Heutzutage sagen wir meist „Erektionsstörung“. Manchmal handelt es sich um etwas, was sich einfach erklären lässt und was leicht zu lösen ist. Manchmal ist es auch schwieriger, ist die Therapie nicht so einfach oder unangenehm, oder muss man lange nach der Ursache suchen. Manchmal kann man nichts daran ändern und muss man lernen, Spaß am Sex ohne Erektion zu entdecken. Im weiteren Text folgt eine Übersicht von Ursachen und Heilmethoden und außerdem noch ein paar Überlegungen.

 

Arten von Erektionsstörungen

Im Allgemeinen unterscheidet man zwei Arten von Erektionsstörungen. Die eine tritt immer auf, die andere nur unter bestimmten Bedingungen. Jemand kann sich z.B. durch einen Unfall eine Beschädigung an den Nerven im Rückenmark oder Becken zuziehen, welche Reize an die Penisschlagader aussenden. Die Penisschlagader füllt dadurch die Schwellkörper im Penis nicht oder nicht ausreichend mit Blut: es gibt keine Erektion. Unter keinen Umständen ist eine Erektion möglich, da es sich, wie die Sexologen sagen, um eine körperliche Ursache handelt. Es gibt noch viel mehr Ursachen.
Dieser Art der Störung steht die Erektionsstörung gegenüber, die nur unter bestimmtem Umständen, in bestimmten Situationen oder bei einem bestimmten Partner (oder bei allen Partnern) auftritt, wohingegen beim Aufwachen oder bei der Masturbation alles gut funktioniert. Dieser Jemand kann also eine Erektion bekommen – körperlich ist alles ok sagen die Sexologen – aber trotzdem klappt es nicht dann, wenn sie wollen, da gewisse Gedanken oder Gefühle auftreten. Die Sexologen nennen das dann häufig „psychisch“ oder „situationsgebunden“. Diese Form von Impotenz kommt am meisten vor.

 

Erektionsstörung: von ein bisschen schlaff bis zu sehr schlaff

Außer der Unterscheidung zwischen den Ursachen, gibt es auch große Unterschiede im Ausmaß. Die Probleme variieren von einem bisschen bis zu sehr stark, oder von nur einmal bis zu immer. Dies gilt sowohl für körperliche als auch für situationsgebundene Impotenz. Aber es ist klar, dass wenn jemand immer vollständig impotent ist, auch beim Masturbieren, die Ursache körperlicher Art ist, wie z.B. einem nicht gut arbeitenden Blutgefäß oder Nerven. Geschieht es hingegen einmalig und nur ein bisschen, schaut man eher nach eventueller Ungeschicktheit oder Unbequemlichkeiten.
Die meisten Fälle befinden sich zwischen den beiden Extremen. Es kann sich also auch um eine kleine organische Ursache handeln bei einer kleine Erektionsstörung, aber die Besorgtheit oder eine unpassende Reaktion des Partners können dies zu einem großen Problem werden lassen.

 

Alter und Erektionsstörung

Impotenz ist nicht ohne Grund v.a. bekannt als Altersleiden. Viele Aspekte des Altwerdens können eine Rolle spielen: das weniger gut Funktionieren des ganzen Organismus`, verringerte Produktion des Hormons Testosteron, Aderverkalkung, Operation an Blase oder Prostata, hoher Blutdruck, erhöhter Blutzucker (Diabetes Typ 2), übermäßiges Trinken und Rauchen, Depressivität, Medikamentengebrauch.
In allen Situationen merkt der ältere Mann, dass er keine oder keine vollständige oder eine schnell abnehmende Erektion hat. Man kann hierzu keine Altersangabe machen, aber auch bei gesunden Männern verändert sich Einiges nach ihrem 60. Geburtstag. Gesundheit, ein aktives Leben mit Erfolg, genug sexuelle Reize, junge Liebespartner können den Prozess verzögern, sodass man bis in die 80 potent bleiben kann.
Selbstverständlich wirkt sich eine Krankheit, auch geht sie wieder vorbei, negativ aus auf den Libido. Dies gilt auch für Medikamentengebrauch. Lies darum immer gut die Packungsbeilage und frage deinen Arzt, wenn du merkst, dass die Medikamente dein Lustgefühl negativ beeinflussen.

 

Erektionsstörung im jungen Alter

Wenn Impotenz bei einem jungen Mann ab und zu und unter bestimmten Umständen auftritt (wenn er also trotzdem eine Morgenerektion hat und beim Masturbieren keine Probleme hat), ist das immer eine Folge davon, wie er die Situation erfährt.
Er fühlt sich als Versager und kann dadurch so unsicher werden, dass er beim nächsten Mal so auf sich selbst achtet, dass es wieder schief läuft. Das Verhalten des Partners spielt hierbei eine große Rolle. Die Situation verbessert sich meist, wenn die Partner offen miteinander kommunizieren und mit Spaß und Lust Sex haben können ohne Geschlechtsverkehr (Siehe auch Schmusen ohne Geschlechtsverkehr). Klappt dies nicht ohne Hilfe und möchte man doch weiter diese Beziehung führen, kann man am besten einen Sexologen konsultieren. Dieser wird betonen, dass  Erektion und Penetration nicht das Wichtigste ist und dass Spaß und Vertrauen genau dann zurückkehren, wenn man sich nicht nur richtet auf Geschlechtsverkehr. Mit ein paar Sitzungen und ein paar Übungen in sexueller Kommunikation ist das Problem oft gelöst oder man weiß zumindest, was man tun und lassen sollte.

 

Erektionsstörung: Lust auf Sex ist wichtig 

Eine Erektion bekommen können ist für einen Mann sehr wichtig. Hierüber wird oft spottend oder abfällig gesprochen. Die Sexologen, die Leuten Rat geben und helfen, wissen, wie groß die Ohnmachtgefühle sein können. Oft hören sie, dass das Leben weniger Sinn hat oder dass das Selbstbewusstsein darunter leidet. Der Helfer probiert daher auf unterschiedliche Weise zu helfen (und der Verdiener, Geld zu verdienen). Es gibt bereits lange Zeit Diätvorschriften und allgemeine Ratschläge, um den Gesundheitszustand zu verbessern. Es gibt bestimmte Nahrungsmittel, Säfte und Pillen auf pflanzlicher Basis oder aus Extrakten aus Tierorganen oder aus fein gemahlenen, tierischen Teilen. Sie werden Aphrodisiakum ( „afrodiasis“ ist das griechische Wort für „geil“) genannt, da sie das Lustgefühl oder die Lust im Allgemeinen vergrößern können und dadurch auch für eine stärkere Erektion sorgen. Viele Menschen gebrauchen ein Aphrodisiakum ohne dass sie es wissen, wie z.B. ein Schnäpschen. Viele Menschen profitieren von anderen Mitteln, auch wenn es dafür keine wissenschaftlichen Beweise gibt. In diesen Fällen zählt v.a. der Glaube an die Wirkung (der so genannte „Placebo-Effekt“) und die Überzeugungskraft des Verkäufers. Ein Aphrodisiakum zeigt bei Männern, die einen nicht zu genesenden Defekt an Nerven oder Blutgefäßen, welche Einfluss haben auf das Bekommen oder Halten einer Erektion, keinen Effekt.

 

Medikamente bei einer Erektionsstörung

Für pflanzliche Extrakte wie Ginseng, Yohimbin und Papaverin, welche bis vor kurzem noch als Quacksalberei galten, gibt es nun wissenschaftliche Beweise, dass sie wirken und Erklärungen, wie sie wirken. Diese Mittel werden auch durch Sexologen eingesetzt. Yohimbin gibt es als Tabletten (täglich einnehmen oder nur vor dem Sex) und wirkt natürlich nicht immer und auch nicht bei jedem. Papaverin wird genauso wie Prostaglandin (im Handel unter dem Namen Androskat) in den Penis gespritzt. Der Arzt gibt die richtigen Anweisungen und bestimmt die Dosierung. Dann Mann muss der selbst lernen, sich zu spritzen. Viele schreckt das ab, auch ist es weniger beängstigend als es im ersten Augenblick scheint.

 

Erektionspillen

Es gibt seit einigen Jahren verschiedene Medikamente um die Erektion zu verbessern. Es gibt drei genehmigte Erektionspillen auf dem Markt: Viagra (Sildenaphil), Cialis (Tadaphil) und Levitra (Vardenaphil). Sie enthalten einen Stoff, der die glatten Muskeln rund um die Penisschlagadern entspannt. Dadurch können sich die Schlagadern öffnen und genug Blut in die Schwellkörper des Penis` pumpen. Der Penis wird steif und die Adern, welche das Blut abführen, werden zusammengedrückt, wodurch die Erektion länger anhält. Viagra ist seit 1998 auf dem Markt, die anderen beiden seid 2003. Sie sind erfolgreich, habe aber auch Mängel, Nebenwirkungen und Kontra-Indikationen. Sie sind nicht ohne ärztliches Rezept erhältlich und werden nicht von der Krankenkasse erstattet. Einige Krankenkassen haben die Mittel in die Zusatzversicherung aufgenommen. Erektionspillen wirken nicht als Lustwecker. Wenn die Lust nicht vorhanden ist, helfen auch Erektionspillen nicht.
Die Forschung nach neuen Mitteln ist in vollem Gang, denn der Markt ist groß. Hoffentlich gibt es in 10 Jahren bessere Mittel zu niedrigeren Preisen.
Aber auch dann sollten diese Medikamente nur für bestimmte Menschen zugänglich sein (welche dann auch eine Erstattung von der Krankenkasse bekommen sollten), da bei vielen die Problematik auf anderem Gebiet zu suchen ist – nämlich in ihrem Umgang mit sexuellen Gefühlen und Beziehungen, also Dingen, denen mit Medikamenten nicht zu helfen ist.

Erektionspillen sollte man bei gleichzeitigem Gebrauch von blutdrucksenkenden Mitteln einnehmen.
Die Preise sind sehr unterschiedlich, meist liegen sie zwischen €3,75 und €10 pro Pille, meist in 4er-Packung.
Der Vorteil der etwas teureren Mittel wie z.B. Viagra ist, dass man die 50mg-Tabeltte halbieren kann und dadurch also auch den Preis – wenn sie dann noch Wirkung zeigt zumindest…
Die billigeren Mittel, die man über das Internet bestellen kann, kommen meistens aus China oder Indien, auch wenn Viagra auf der Verpackung steht.

Inzwischen gibt es immer mehr neue, sich ähnelnde Produkte auf dem Markt, welche über das Internet ohne Rezept günstig angeboten werden (z.B. Kamagra). Wirkung und Sicherheit

 

Mechanische Mittel bei einer Erektionsstörung

Für Männer, denen Medikamente nicht helfen oder die diese nicht einnehmen wollen, gibt es einige mechanische Mittel, wie z.B. den speziellen Penis-Druckring, eine Vakuumpumpe, Prothese oder einen künstlichen Penis.

  • Der Penisring hilft dabei, dass der Penis in erregiertem Zustand zu schnell wieder schlaff wird. Die Blutabfuhr geschieht über die Adern, welche nach der Oberfläche des Penis` liegen. Es gibt im Handel verschiedene Modelle. Ein Penisring darf nicht länger als eine halbe Stunde benutzt werden.
  • Die Vakuumpumpe ist eine Röhre, die man über den Penis stülpt. Dann wird an der Oberseite Luft weggesaugt. Durch den Unterdruck füllen sich die Schwellkörper des Penis` sich und es gibt eine Erektion. Dann wird der Ring, der sich unten an der Röhre befindet, um den Penis geschoben und die Röhre wird entfernt. Der Ring muss auch in diesem Fall innerhalb einer halben Stunde wieder entfernt werden.
  • Ein hohler künstlicher Penis oder ein Verlängerungskondom werden gebraucht, wenn eine Erektion nicht mehr möglich ist und das Paar trotzdem Geschlechtsverkehr haben.

 

Physiotherapie bei Erektionsstörungen

Es scheint auch möglich zu sein, durch Übungen der Beckenbodenmuskeln die Erektion positiv zu beeinflussen. Einige Physiotherapeuten haben Übungen hierfür, welche einige Monate gemacht werden müssen.

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