herz-undgefäßkrankheiten 

Das Herz und die Blutgefäße spielen eigentlich die Hauptrolle bei Aktionen und Reaktionen des Körpers bei sexueller Erregung. Bei sexueller Erregung steigt bei beiden Geschlechtern der Puls und auch der Blutdruck wird höher, wodurch der Penis des Mannes, die Klitoris und Teile der Vulva bei der Frau anschwellen. Es ist darum auch logisch, dass Herz- und Gefäßkrankheiten einen negativen Einfluss auf das sexuelle Funktionieren haben können.

 

Herzanfall

Nach einem Herzanfall kann ein Mann Probleme mit der Erektion haben und eine Frau mit einer schlechteren Durchblutung der Vulva. Unter anderem durch diese sexuellen Dysfunktionen berichten sowohl Männer als auch Frauen, dass sie weniger Lust auf Sex haben.
Menschen mit Herzproblemen äußern oft, dass sie Angst haben, dass sie noch einen Herzinfarkt bekommen. Diese Angst kann sich negativ auf den Sex und andere Zärtlichkeiten auswirken. Das Kommen und die normale körperliche Belastung bei sexueller Aktivität erhöhen das Risiko eines Herzinfarktes aber nicht. Nur bei einer sehr kleinen Minderheit der Herzpatienten besteht ein Risiko. Sie können hierzu auch Ihren Arzt um Rat fragen.
Neben den oben genannten Aspekten haben Müdigkeit, Schmerzen in den Beinen und auf der Brust, Muskelatrophie, Herzklopfen und Kurzatmigkeit einen negativen Einfluss auf das Sexleben. Hierdurch hat man auch weniger Lust auf Sex.
Erektionsstörungen kommen bei Männern mit Gefäßkrankheiten und auch bei Männern mit Arteriosklerose, wobei die Schlagadern verkalken, wodurch diese enger und weniger elastisch sind, oft vor. Auch eine Bypass-Operation kann zu Erektionsstörungen führen, wenn dabei Nerven beschädigt wurden, die bei der Erektion und der Ejakulation eine Rolle spielen. Bei der Frau spielen wahrscheinlich ähnliche Probleme eine Rolle.

 

Die Erektionsstörung

Man spricht erst dann von einer Erektionsstörung (als Folge von Herz- und Gefäßkrankheiten), wenn der Mann beim Masturbieren keine Erektion bekommen kann und auch die (spontane) morgendliche Erektion nicht mehr stattfindet. In diesem Fall kann der Arzt ein erektionsförderndes Medikament verschreiben. Es ist wichtig, dass (ehemalige) Herzpatienten hiermit nicht experimentieren, es kann nämlich eine gefährliche Interaktion mit anderen Medikamenten auftreten, so das sich dies zum Beispiel auf den Nitrathaushalt auswirkt. Andere Lösungen für Erektionsstörungen sind die Autoinjektionstherapie oder eine Prothese.
Eine Erektionsstörung kann eine Folge von Herz- und Gefäßkrankheiten sein, sie kann aber auch anders herum auf eine (noch nicht festgestellte) Herz- oder Gefäßkrankheit hindeuten!

 

Frauen und Vasocongestion

Da der Prozess der Vasocongestion (Blutstau in den Adern) in den Geschlechtsteilen bei Männern und Frauen vergleichbar ist, ist es bemerkenswert, dass Mediziner bei Frauen mit sexuellen Problemen bei Herz- und Gefäßkrankheiten nicht nach kardiovaskulären Lösungen hierfür schauen (zum Beispiel eine Erektionspille verschreiben). Vielleicht ist das Ausbleiben einer (sexuellen) Reaktion der Vagina bei sexuellem Reiz die Ursache für die geringere Lust auf Sex und das geringere Vorkommen von Sex. Eine nicht erregte Vagina kann den Sex jedenfalls schmerzhaft machen.

 

Medikamente und Nebenwirkungen

Von Betablockern (Medikamente welche die Verengung der Blutgefäße und die Erhöhung des Pulsschlags verhindern sollen) weiß man, dass sie zu Impotenz führen können. Außerdem haben diese Medikamente noch andere Nebenwirkungen, welche sich negativ auf das Sexleben auswirken können, wie zum Beispiel Müdigkeit und Kopfschmerzen.
ACE-Hemmer (sorgen für einen niedrigeren Blutdruck) und Thrombolytica (lösen Gerinnsel im Blut auf) haben auch viele Nebenwirkungen (niedriger Blutdruck, Müdigkeit etc). Auch diese wirken sich negativ auf sexuelle Funktionieren aus. Das Gleiche gilt für Nitrobat, das verschrieben wird um eine Angina Pectoris (Schmerzen auf der Brust) zu verhindern. Statine (Cholesterol senkendes Mittel) und Diuretica (treiben Flüssigkeit aus Körper), die auch häufig bei diesen Krankheiten verschrieben werden, können auch zu Problemen mit der Erektion führen.
Falls Sie Medikamente verschrieben bekommen haben ist es wichtig, die Packungsbeilage hinsichtlich möglicher sexueller Nebenwirkungen zu lesen. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat oder nach mehr Informationen hierüber, wenn die Packungsbeilagen nicht deutlich genug ist für Sie. Ergreifen Sie selbst die Initiative, da Ärzte sich oft schwer tun, über sexuelle Probleme als Folge dieser Krankheiten zu sprechen.

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